Nothing - steckt mehr als nichts dahinter? von Geek1elf!

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Nothing - Steckt mehr als nichts dahinter?

Das Unternehmen Nothing ist aktuell in aller Munde. Das neue Nothing Phone (1) überschwemmt aktuell so ziemlich jede Timeline in der Tech Bubble. Die einen sprechen von einem Flaggschiff Killer, andere von einem langweiligen Smartphone. Eine reißerische Überschrift jagt die nächste. Was ich euch zu dem Gerät zu sagen habe? Nichts! Ich habe keins der Nothing Phones und möchte auch keines. Ich möchte heute etwas hinter die Kulissen schauen, wer Nothing eigentlich ist und wie wohl die Reise des Unternehmens verlaufen könnte. Wer sich für den ersten Eindruck des Nothing Phone (1) interessiert, sollte unbedingt den Gastbeitrag von Unbox Vision lesen.

Nothing - reden wir über eine vernetzte Welt

Nothing, wer ist das eigentlich? Nothing ist ein Start-up aus London, gegründet von Carl Pei, den ihr vielleicht noch von OnePlus kennt. Dort hat Carl aufgehört, einige geniale Menschen um sich versammelt, ein paar Millionen Dollar eingesammelt und tadaa: Nothing wurde geboren.

Laut Nothings Website ist das erklärte Ziel, eine vernetzte Welt zu schaffen, über die man nicht nachdenken muss. Geräte sollen also vernetzt sein und einfach miteinander interagieren, ohne dass ihr es groß erlernen müsst. Klingt für mich verdächtig nach der Android Version von Apples Ökosystem. “Vollständig vernetzte Produkte, die unser Leben erleichtern”, schreibt Nothing auf der eigenen Website. Ein gutes und großes Ziel. Denn wenn wir mal ehrlich sind, hat das in der Android Welt bisher noch keiner so wirklich vollumfänglich geschafft, auch wenn Samsung sicher auf einem guten Weg ist.

Überschaubare Produktpalette

Bisher kann Nothing noch nicht viel zu der vernetzten Welt beitragen. Es gibt die Nothing ear (1), die als erstes auf den Markt kamen. Solide In-Ear Kopfhörer, die vor allem durch ihr Design auffallen, denn sie haben ein durchsichtiges Gehäuse. Das ist nun auch das Markenzeichen von Nothing. In Zeiten, in denen so ziemlich alles an Hardware gleich aussieht, ist es schön, mal eine frische neue Idee zu sehen. Ob es jeden Geschmack trifft, kann ich natürlich nicht entscheiden. Mir persönlich gefällt es. Mit 99 € sind die Nothing ear (1) nicht gerade ein Schnapper, aber sicher vertretbar. Immerhin wird jeder, der euch damit sieht und sich etwas auskennt, wissen, dass das die Nothing ear (1) sind.

Neu dazu gekommen ist nun das eingangs kurz erwähnte Nothing Phone (1). Das zweite Gerät in der Nothing Familie ist also ein Smartphone. Und ratet mal: Ja, es ist teilweise ebenfalls transparent. Die Rückseite kommt mit einer Lichtshow daher. Die ist nicht mehrfarbig, aber man will bei Nothing ja auch nicht gleich unangenehm auffallen, sondern mit einer Portion Understatement glänzen. Die Rückseite fällt auch hier wieder richtig ordentlich auf. Die Lichtshow kann euch über verschiedenste Dinge informieren. Fraglich ist allerdings, wie sinnvoll der Spaß ist. Die meisten Menschen, die ich kenne, nutzen eine Hülle. Die müsste jetzt in jedem Fall schon mal durchsichtig sein, sonst ist nix mehr mit Lichtshow. Durchsichtige Hüllen mag aber nicht jeder, doch vielleicht ändert sich das ja durchs Nothing Phone (1).

Vom Flaggschiff ist bei den Specs eher nicht viel zu merken. Für 469 € erhaltet ihr einen Snapdragon 778G+ SoC, der von 8 oder 12 GB RAM unterstützt wird. Für den Preis gibt es aber immerhin schon ein 120 Hz OLED, was sehr schön ist. Das Dual Kamera Setup mit 50 MP wirkt auch eher so durchschnittlich, vor allem, wenn man den ersten Testschüssen glauben darf.

Insgesamt ein solides Mittelklasse Smartphone mit einem nur sehr wenig modifizierten Android. Auch hier also eher minimalistisch. Wer pures Android mag, ist bei Nothing somit schon mal richtig.

Was ist denn jetzt mit vernetzter Welt? Nothing

Ok, schauen wir nochmal zurück auf die Werte von Nothing und was so das Ziel ist. Bisher haben sie lediglich zwei Geräte auf dem Markt. Und ja, die lassen sich einfach verbinden. Von einer wirklich vernetzten, einfachen Welt sind wir hier aber noch weit entfernt. Richtig viel Mehrwert, den sonst kein anderer Hersteller bietet, fehlt mir hier schon noch irgendwie. In erster Linie fällt Nothing durch sein Design und Auftreten auf. Es wirkt frisch und agil. Aber mehr? Mir fehlt der echte USP des Unternehmens. Jedenfalls sind die aktuellen Produkte noch nichts, bei dem ich staunen würde. Bei den großen Zielen von Nothing hatte ich mir da irgendwie mehr für den Start versprochen. Wir haben zwei schöne Produkte, die recht unique aussehen, aber das war es dann eben auch schon.

Insgesamt geht Carl Prei auch wieder einen ähnlichen Weg wie schon OnePlus zum Start. Der verkauft bis auf sehr ausgewählte Shops eher nur online. Zu Beginn alles per Einladung, das sorgt für das VIP Feeling, wenn nicht sofort jeder bestellen kann. Kommt einem marketing-technisch also auch schon bekannt vor.

Dass man sich erstmal im Mittelklasse Segment aufstellt, ist schlau, da der Flaggschiff Bereich zwar immer für viel Trubel sorgt, aber zum einen ist es immer teuer, ein Flaggschiff zu produzieren; zum anderen kann man viel höhere Stückzahlen im Mittelklasse Segment verkaufen. Und nach dem Start muss erstmal wieder frisches Geld in die Kasse, um vielleicht noch weitere Investoren-Gelder einzusammeln. Es würde mich auch nicht wundern, wenn wir irgendwann noch ein Nothing Flaggschiff sehen. Aber noch nicht jetzt. Ich könnte mir Smarte Home Geräte von Nothing gut vorstellen, so von wegen vernetzter Welt. Eine Uhr wäre auch sehr gut denkbar. Da müssen wir nun aber mal ein wenig abwarten.

Insgesamt begrüße ich eine neue Firma im Smartphone Business. Denn den aktuellen Herstellern gehen schon langsam die Ideen aus. Etwas frischer Wind könnte das Geschäft da beleben. Wobei die Auswahl an Geräten gerade im Android Kosmos jetzt eigentlich schon erschlagend und unnötig ist.

Ich orakel jetzt mal, dass Nothing noch ein paar Geräte bringen wird. Man wird versuchen, sich eine Community wie bei OnePlus aufzubauen. Treue Nutzer, die auch hinter dem Unternehmen und den Werten stehen. Irgendwann kommt dann der Switch ins hochpreisige Segment, wie es auch bei OnePlus und Xiaomi gelaufen ist. Denn am Ende wollen doch alle Unternehmen Geld verdienen und wollen ein Stück vom Kuchen abhaben. Da will man sich auf die Dauer auch nicht unter Wert verkaufen. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wo die Reise für Nothing hingeben wird. Wie sieht es bei euch aus?

Das ist Geek1elf!

Geek1elf! - Mike

- Name: Mike
- Technik Geek und Blogger
- 40 Jahre
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- Ist sich nicht mehr sicher ob Kaffee auch als Flüssigkeit gezählt wird
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